Über die Herausforderung, Veränderungen zu bewirken

Unmut.

Weshalb Unmut? Nun, weil wir von einer Welt träumen, die sicherer und erlebenswerter ist als die, in der wir uns bewegen müssen. Wir sind keine Träumer, und wir sind überzeugt, dass andere Menschen ähnliche Träume haben, die auch keine Träumer sind, die mitten im praktischen Leben stehen und ebenfalls Unmut empfinden. Aber heutzutage gibt es in unserer krisengeschüttelten Welt keine Patentrezepte mehr, die Welt so zu gestalten, dass man sich morgens in guter Stimmung seiner täglichen Routine widmen kann, ohne dass das eigene Tun von politischer und wirtschaftlicher Krisenstimmung überschattet wird.

Sehnen.

Was heißt hier „Sehnen“? Wir sehnen uns nach einer Neuorientierung. Das Sehnen fing an zu wachsen und verdichtete sich in dem Maße, wie die Forschungen über die Donauzivilisation, die älteste Hochkultur Europas, immer mehr Einblicke in soziale Netzwerke der damaligen Zeit vermittelt haben. Auf dem Blog-Forum unserer Webseite sind zahlreiche Texte über das friedfertige Miteinander und ausgewogene Lebensbedingungen im Gleichklang mit der Natur zu finden.

Die Erkenntnisse der Forschung machen nachdenklich und fordern zu Denkanstößen für eine Neuorientierung in unserer Zeit auf. Die archäologischen Funde sprechen dafür, dass die Lebensbedingungen in Alteuropa (in der Donauzivilisation) über 2000 Jahre lang ein friedvolles soziales Miteinander erlaubten. Dabei kann es nicht um eine Transposition historischer Zustände in die Moderne gehen, wohl aber um einen Erfahrungswert, wie man in einem nicht hierarchisch strukturierten sozialen Miteinander ein hohes Niveau an Konfliktvermeidung und -bewältigung erreichen und halten kann.

Es stellt sich die brennende Frage: Kann man die Erkenntnisse über die damaligen ausgewogenen Lebensumstände nützen, um für uns heute menschenwürdige und lebenswerte Bedingungen zu sichern? Denn unsere moderne, von Krisen geschüttelte Welt läuft Gefahr, aus den Fugen zu geraten. Die Kriegszustände, deren Ausgang unkalkulierbar ist, haben weltweit Unruhe im Energiesektor verursacht, und die Wirtschaftsabläufe sind längst entglobalisiert. Die Lebenshaltungskosten verteuern sich in einem vorher nie dagewesenen, unvorhersehbaren Rhythmus. Bei all den Belastungen im Alltagsleben verwundert es nicht, wenn Angstzustände, Depression und Pessimismus das soziale Miteinander belasten und sich ein Gefühl von Aussichtslosigkeit breitmacht.

Tun.

Gibt es denn Möglichkeiten, den Unmut, den wir mit uns herumtragen, zu kanalisieren, damit die Energie nicht einfach verpufft, sondern sich nützlich umsetzen lässt, was im Klartext heißt, was können wir tun? 

Wir sind uns sicher, dass wir nicht die Einzigen sind, in denen sich Unmut akkumuliert. Wir suchten daher nach einem Kanal, unserem Unmut eine Stimme zu geben. Unser Anliegen ist es, Denkanstöße dafür zu vermitteln, die Herausforderung zu diskutieren, wie man die eigene Verantwortung für eine Stabilisierung des Gemeinwohls mobilisieren und mögliche Schritte der Umsetzung planen kann.

Für diese neue Herausforderung, ein alternatives Gesellschaftsmodell zu erkunden, wird das Blog-Forum neu organisiert. Zusätzlich zu den beiden Sprachen Finnisch und Englisch wird ab nun auch Deutsch verwendet.

Wenn menschenwürdigen Lebensumständen der Wert eines Menschenrechts zugesprochen wird, dann ist das Bemühen darum, solche Zustände zu erreichen und zu stabilisieren, eine Menschenpflicht. Erst wenn man sich aktiv um das Wohlergehen bemüht, wird man seiner Menschenpflicht gerecht.

Aktives Bemühen um menschenwürdige Lebensumstände wird leider häufig missverstanden oder bewusst verfälscht, und dann ist es geprägt von Egoismus, Korruption und Machtstreben. Solche Handlungsmuster haben zur Folge, dass die Bemühungen um eine Sicherung der Lebensgrundlagen Gefahr laufen, ins Leere zu führen. Für menschenwürdige Lebensbedingungen brauchen wir ein soziales Miteinander und kein Gegeneinander.

Im Grunde wäre es eine normale Reaktion, sich gegen Krisensituationen aufzulehnen, sich für eine globale Friedenssicherung und für stabile Wirtschaftsabläufe einzusetzen. Ist aber nicht so, im Gegenteil. Als ob kriegerische Konflikte und globale Turbulenzen nicht genug wären, um Chaos und Instabilität zu verursachen, werden die Auswirkungen eines anderen schwelenden Konflikts immer gravierender: durch Klimawandel ausgelöste Naturkatastrophen. Auch in diesem Bereich sind Menschen zumindest mitschuldig. Die Weltlage läuft Gefahr, dass das Klima kippt und der Mensch sich Extremen ausgesetzt sieht. Auch bei Klimawandel und Naturschutz besteht dringender Handlungsbedarf.

Wir sind überzeugt, dass es viele verantwortungsbewusste Menschen gibt, die das Potenzial haben, sich für ein Krisenmanagement einzusetzen. Jede und jeder von uns hat Talente und Kompetenzen, die, verantwortungsvoll angewendet, dem Gemeinwohl nützen. Dazu brauchen wir einen Richtungspfeil. Effektives Bemühen wird leider allzu oft in die falsche Richtung geleitet. Blindwütiger Aktionismus, Extremismus und gewalttätige Ausschreitungen führen in eine Sackgasse und schütten Öl ins Feuer, was die Krisensituationen nur verschärft. Gefragt ist das Engagement für Ausgleich, Konsensbereitschaft und Verhandlungsflexibilität und vor allem die Bereitschaft, in Eigenverantwortung zu handeln. Konkret geht es in einem ersten Schritt um die Vernetzung der Kompetenzen von Gleichgesinnten, und als Ausgangsbasis für verantwortliches Handeln in einem Interessenverband.

Doch wie sollen wir nun gerüstet sein für verantwortliches Handeln? Ein solchermaßen ausgerichtetes Handeln kann nur effektiv sein, wenn es sich auf solides Wissen aus seriösen Informationsquellen stützt, das frei von Spekulation, Ignoranz oder propagandistischen Verfälschungen ist. Eine Neuorientierung hat nur dann eine Chance, realisiert zu werden, wenn sie inhaltlich von denen getragen wird, die bereit sind, Verantwortung für ihre Menschenpflicht zu übernehmen. Denn ohne Bottom-up-Prozess laufen staatlich beschlossene Neuerungen Gefahr, eine leere Schablone zu bleiben.

Seriöse Information hat einen wesentlichen Vorteil, da an Fakten orientierte Kenntnisse die Möglichkeit bieten, große Zusammenhänge zu sehen, und auf diesen aufbauend Krisen zu vermeiden sowie das soziale Miteinander zu stärken.

Unser Gegenentwurf sieht so aus, dass Gleichgesinnte sich zusammenschließen, um friedfertiges Handeln zu fördern und sich gegen jede Form von Extremismus und Diskriminierung als Machtmittel aufzulehnen.

Es ist noch viel zu tun.

Last es uns daher gemeinsam anpacken!

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